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Technologie

Was ist 6G? Der Zeitplan, die versprochenen Geschwindigkeiten und was davon real ist

Veröffentlicht 13 Min. Lesezeit
Ein hoher Mobilfunkmast, dicht mit Antennenpaneelen besetzt, in der Abenddämmerung aus der Froschperspektive vor einem tiefen Farbverlauf am Himmel, darunter die Lichter der Stadt

Kurz gesagt

6G ist die sechste Generation der Mobilfunknetze, die die ITU als IMT-2030 bezeichnet [1]. Mit Stand 3. November 2026 gibt es keinen 6G-Standard: Die ersten 6G-Spezifikationen von 3GPP sollen bis März 2029 fertig sein [4], und laut Ericsson wird kommerzielles 6G für 2030 angestrebt [6]. Die Geschwindigkeitsangaben der ITU sind Forschungsziele, keine Garantien [1].

Das Wichtigste

  1. IMT-2030 ist der offizielle Name der ITU für 6G; der Rahmen dafür, die Empfehlung ITU-R M.2160, wurde am 13. November 2023 verabschiedet [1].
  2. 3GPP Release 21 wird das erste normative 6G-Release sein, mit dem abschließenden ASN.1/OpenAPI-Freeze im März 2029 [4].
  3. Zu den Forschungszielen der ITU gehören Spitzenraten von 50, 100 oder 200 Gbit/s und eine Latenz der Luftschnittstelle von 0,1 bis 1 ms, die jedoch nicht alle gleichzeitig erreicht werden [1].
  4. Der Berichtsentwurf der ITU legt 20 technische Mindestleistungsanforderungen fest, sieben davon neu für 6G, deren Verabschiedung im Dezember 2026 erwartet wird [2][3].
  5. Die WRC-27 wird die Bereiche 4,4–4,8 GHz, 7,125–8,4 GHz und 14,8–15,35 GHz für die Mobilfunknutzung prüfen [5].
  6. Ericsson beschreibt kommerzielles 6G als Ziel für 2030 [6]; das ist ein Branchenziel, kein bestätigter Starttermin.
Auf dieser Seite 12 Abschnitte
  1. Was ist 6G?
  2. Wann wird 6G verfügbar sein?
  3. Wie schnell wird 6G im Vergleich zu 5G sein?
  4. Was an 6G ist real und was ist Hype?
  5. Welche Funkfrequenzen wird 6G nutzen?
  6. Was kann 6G außer schnelleren Downloads?
  7. Welche Vorteile und Risiken hat 6G?
  8. Worauf sollten Sie als Nächstes achten?
  9. Häufige Fehler
  10. Häufige Fragen
  11. Glossar
  12. Quellen

Was ist 6G?

6G ist die informelle Bezeichnung für die sechste Generation der Mobilfunktechnik, den Nachfolger von 5G. Innerhalb der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) heißt sie IMT-2030. Die ITU legte Rahmen und Ziele in der Empfehlung ITU-R M.2160 fest, die am 13. November 2023 verabschiedet wurde [1].

Die ITU entwickelt die Technik nicht selbst im Detail. Sie definiert, was ein 6G-System leisten muss, und Branchengremien schlagen Technologien vor, die diese Anforderungen erfüllen. Das wichtigste davon ist 3GPP (3rd Generation Partnership Project), das erklärt, sein Release 21 werde das erste normative 6G-Release sein, also der erste Satz verbindlicher technischer Spezifikationen, und dasselbe Release werde auch umfangreiche Arbeiten an 5G-Advanced enthalten [4].

Die kurze Antwort auf die Frage „Was ist 6G?“ lautet daher: eine Reihe von bei der ITU vereinbarten Zielen und eine Technologie, die 3GPP noch spezifiziert. Mit Stand 3. November 2026 gibt es keinen fertigen 6G-Standard [4].

Wofür soll 6G genutzt werden?

Die ITU nennt sechs Nutzungsszenarien: immersive Kommunikation; hochzuverlässige Kommunikation mit niedriger Latenz; massive Kommunikation; allgegenwärtige Konnektivität; künstliche Intelligenz und Kommunikation; sowie integrierte Sensorik und Kommunikation [3]. Zu ihren übergreifenden Grundsätzen gehören Nachhaltigkeit, Sicherheit und Widerstandsfähigkeit, die Anbindung bisher nicht angebundener Menschen und allgegenwärtige Intelligenz [3].

Wann wird 6G verfügbar sein?

Zwei Zeitpläne sind maßgeblich: das Genehmigungsverfahren der ITU und der Spezifikationsplan von 3GPP.

ITU. Nach dem Rahmen von 2023 beschreibt die ITU die Jahre 2024–2027 als Phase, in der Anforderungen und Bewertungskriterien festgelegt werden [2]. Ihre Expertengruppe, die Working Party 5D, schloss im Februar 2026 einen Berichtsentwurf zu den technischen Leistungsanforderungen und im Juni 2026 einen Berichtsentwurf zu den Bewertungsrichtlinien ab; beide gehen im Dezember 2026 zur Verabschiedung an die ITU-R Study Group 5 [2]. Der Aufruf der ITU zur Einreichung von Vorschlägen sieht vor, dass Kandidatentechnologien zwischen Februar 2027 und Februar 2029 eingereicht werden [2].

3GPP. Auf seinen Plenarsitzungen im Juni 2026 beschloss 3GPP den Zeitplan für Release 21: Genehmigung des Pakets und Stage-1-Freeze im März 2027, Stage-2-Freeze im Juni 2028 (mit einem Kontrollpunkt bei 80% im März 2028), Stage-3-Freeze im Dezember 2028 und ASN.1/OpenAPI-Freeze im März 2029 [4]. Light Reading berichtete, die Entscheidung gebe der Branche 33 Monate Zeit, die Spezifikationen fertigzustellen [7].

Kommerzieller Start. Ausrüster setzen sich eigene Ziele. Ericsson erklärt, Teil einer Branchenkoalition mit Qualcomm zu sein, die auf kommerzielle 6G-Systeme ab 2029 hinarbeitet, und dass kommerzielles 6G für 2030 angestrebt wird [6]. Light Reading beschrieb den 3GPP-Zeitplan ebenfalls so, dass 6G auf Kurs für einen kommerziellen Einsatz um 2030 sei [7]. Das sind Pläne, keine Garantien; frühere Prognosen haben sich bereits verschoben. 2022 erwartete Ericsson, dass 3GPP die 6G-Spezifikationen bis 2028 fertigstellt [8], während der vereinbarte Zeitplan nun bis März 2029 reicht [4].

Ingenieure von hinten bei einer Besprechung an einem Konferenztisch, eine Projektionsleinwand zeigt abstrakte Netzwerkdiagramme

Wie schnell wird 6G im Vergleich zu 5G sein?

Der Rahmen der ITU nennt Leistungsmerkmale mit Werten, die sie als geschätzte Ziele für Forschung und Untersuchung bezeichnet [1]. Als mögliche Beispiele für die Spitzendatenrate in bestimmten Szenarien nennt sie 50, 100 oder 200 Gbit/s, verglichen mit 20 Gbit/s bei 5G (IMT-2020), und als Beispiele für die vom Nutzer erlebte Datenrate 300 oder 500 Mbit/s, verglichen mit 100 Mbit/s bei 5G [1].

Diese Zahlen müssen sorgfältig gelesen werden. Die Spitzendatenrate ist die unter idealen Bedingungen für ein einzelnes Gerät maximal erreichbare Rate [1]. Die ITU stellt zudem klar, dass die Werte nur für einige Nutzungsszenarien gelten, von Frequenz, Bandbreite und Ausbau abhängen können und möglicherweise nicht gleichzeitig erreicht werden [1]. Von einem Telefon in einer belebten Straße sind keine 200 Gbit/s zu erwarten.

Aussagekräftiger werden die technischen Mindestleistungsanforderungen sein. Der Berichtsentwurf der ITU legt 20 davon fest, sieben neu und spezifisch für 6G [3]. Die ITU selbst weist darauf hin, dass solche Anforderungen Mindestleistungen festlegen und keine Leistung im realen Netzbetrieb garantieren [3]. Im März 2026 erklärte die ITU, der Entwurf sei nur den ITU-R-Mitgliedern zugänglich, die direkt an seiner Fertigstellung und Verabschiedung beteiligt sind [3].

Was an 6G ist real und was ist Hype?

Bestätigt

  • Die ITU hat einen verabschiedeten 6G-Rahmen, M.2160 [1], und einen Entwurf mit 20 Mindestanforderungen, der auf seine Verabschiedung wartet [3].
  • 3GPP hat einen vereinbarten Zeitplan für Release 21, der mit einem ASN.1/OpenAPI-Freeze im März 2029 endet [4].
  • Die WRC-27, die Weltfunkkonferenz 2027, hat einen Tagesordnungspunkt zur Prüfung neuer Frequenzbänder für den Mobilfunk [5].
  • Hersteller haben Laborprototypen gezeigt, etwa die cmWave-Erkundung von Ericsson und Qualcomm im Bereich um 6–8 GHz und eine Demonstration von Ericsson und Apple zur gemeinsamen Frequenznutzung zwischen 5G und einem simulierten 6G-System [6].

Ziele und Behauptungen, noch keine Fakten

  • Schlagzeilenwerte wie 200 Gbit/s sind Forschungsbeispiele [1], keine zugesagten Nutzergeschwindigkeiten.
  • Geschwindigkeiten im Terabit-pro-Sekunde-Bereich sind an Sub-Terahertz-Bänder gebunden (in Ericssons Analyse 92–300 GHz), die laut Ericsson niedrigere Frequenzen nicht ersetzen können [8]. Die ITU verweist oberhalb von 92 GHz auf große Herausforderungen, darunter begrenzte Sendeleistung, hohe Ausbreitungsverluste und Abschattung [1].
  • Ein kommerzieller Start 2030 ist ein Branchenziel [6][7].

Aus dem Zeitplan ergibt sich ein praktischer Test: Da die ersten 6G-Spezifikationen von 3GPP erst im März 2029 fertig sein sollen [4], kann ein 2026 verkauftes Produkt keinem fertigen 6G-Standard entsprechen, was immer das Marketing behauptet.

Welche Funkfrequenzen wird 6G nutzen?

Frequenzen werden international auf den Weltfunkkonferenzen der ITU zugewiesen. Tagesordnungspunkt 1.7 der WRC-27 sieht Studien zur gemeinsamen Nutzung und Verträglichkeit sowie technische Bedingungen für die Mobilfunknutzung (IMT) von 4 400–4 800 MHz, 7 125–8 400 MHz (oder Teilen davon) und 14,8–15,35 GHz vor, unter Berücksichtigung der bestehenden Dienste in diesen Bändern und den angrenzenden Bereichen, gemäß Resolution 256 (WRC-23) [5]. Diese Bänder werden bereits von anderen Diensten genutzt, daher steht das Ergebnis erst fest, wenn die Konferenz entscheidet [5].

Das Interesse der Branche konzentriert sich auf diesen mittleren Bereich. Ericssons Frequenzanalyse kam zu dem Schluss, man solle sich zunächst auf 7–15 GHz konzentrieren, und bezeichnete den breiteren Bereich von 7–20 GHz als unverzichtbar für kapazitätsintensive 6G-Anwendungen [8]. Höhere Bänder bleiben eine Ergänzung: Laut ITU könnten Bänder oberhalb von 92 GHz für einige Ausbauszenarien infrage kommen, mit typischen Anwendungen wie Hotspots, Sensorik und drahtlosem Backhaul [1].

Die länderübergreifende Harmonisierung von Frequenzen ist wichtig, weil sie, wie die ITU erläutert, Skaleneffekte, weltweites Roaming und günstigere Geräte fördert [1].

Ein Funkingenieur justiert ein kleines Antennenarray auf einem Prüfstand in einer reflexionsarmen Kammer, die mit blauen Schaumstoffspitzen ausgekleidet ist

Was kann 6G außer schnelleren Downloads?

Zwei der sechs Szenarien der ITU gehen über klassisches mobiles Breitband hinaus. Integrierte Sensorik und Kommunikation bedeutet, das Funknetz selbst zur Erfassung der Umgebung zu nutzen; die ITU nennt Fähigkeiten wie die Schätzung von Entfernung, Geschwindigkeit und Winkel, Objekterkennung, Lokalisierung, Bildgebung und Kartierung [1]. KI und Kommunikation ist ein eigenes Szenario, und „allgegenwärtige Intelligenz“ ist einer der übergreifenden Grundsätze der ITU für 6G [3].

Der Rahmen legt außerdem Forschungsziele für eine Positionierungsgenauigkeit von 1–10 cm, eine Verbindungsdichte von einer Million bis 100 Millionen Geräten pro Quadratkilometer (10^6 bis 10^8) und eine Mobilität von 500–1.000 km/h fest [1]. Die ITU erwartet, dass IMT-2030 modular aufgebaut sein wird, sodass Funktionen schrittweise hinzugefügt werden können, je nach Bedarf der Länder [1].

Wie 6G mit 5G koexistieren wird, ist noch offen. Light Reading berichtete im Juni 2026, dass 3GPP die Optionen für die Migration von 5G zu 6G auf seiner Plenarsitzung im September 2026 eingrenzen wolle, eine Entscheidung mit großen Folgen für bereits ausgelieferte Funkhardware [7]. Mit Stand 3. November 2026 verzeichnet die Release-21-Seite von 3GPP keine Entscheidung über diese Optionen [4]. Ein Baustein ist die gemeinsame Frequenznutzung von 5G und 6G, die Ericsson und Apple mit einem simulierten 6G-System demonstriert haben [6].

Eine geschäftige Fabrikhalle mit Roboterarmen entlang einer Fertigungslinie, in der Ferne sind Arbeiter zu sehen

Welche Vorteile und Risiken hat 6G?

Mögliche Vorteile

  • Höhere Kapazitäts- und Geschwindigkeitsziele als bei 5G, darunter vom Nutzer erlebte Raten von beispielsweise 300 oder 500 Mbit/s [1].
  • Neue Dienste wie netzbasierte Sensorik und Ziele für eine Positionierung im Zentimeterbereich [1].
  • Erklärte Ziele der Nachhaltigkeit und der Anbindung bisher nicht angebundener Menschen [3].

Grenzen und Risiken

  • Frequenzen für 6G müssen mit bestehenden Diensten geteilt werden, die die Studien zur WRC-27 schützen müssen [5].
  • Die höchsten Bänder kämpfen mit geringer Reichweite und Abschattung [1].
  • Anforderungen beschreiben Mindestleistungen und garantieren nicht, was Nutzer erleben werden [3].
  • Die Zeitpläne hängen von vielen noch offenen Entscheidungen ab, darunter den Migrationsoptionen von 5G [7].

Worauf sollten Sie als Nächstes achten?

Die nächsten Meilensteine sind konkret und terminiert. Im Dezember 2026 soll die ITU-R Study Group 5 die Berichte zu Anforderungen und Bewertungsrichtlinien beraten [2]. Ab Februar 2027 öffnet sich das Einreichungsfenster der ITU für Kandidatentechnologien für 6G-Funk [2]. Im März 2027 erreicht 3GPP den Stage-1-Freeze von Release 21 [4]. 2027 entscheidet die WRC-27 über die Bänder von Tagesordnungspunkt 1.7 [5]. Der Stage-3-Freeze folgt im Dezember 2028 und der ASN.1/OpenAPI-Freeze im März 2029 [4], wobei Ericsson kommerzielles 6G für 2030 anstrebt [6].

Für Verbraucher besteht derzeit kein Handlungsbedarf. Die Entwicklung von 5G-Advanced läuft in Release 21 parallel zu 6G weiter [4], sodass heutige 5G-Telefone und -Netze weiterhin Verbesserungen erhalten, während 6G spezifiziert wird.

Zeitplan der 6G-Standardisierung bei ITU und 3GPP (Stand 3. November 2026)
DatumMeilensteinGremium
13. Nov. 2023Rahmen für IMT-2030 (M.2160) verabschiedet [1]ITU-R
Feb. 2026Berichtsentwurf zu 20 technischen Leistungsanforderungen fertiggestellt [2][3]ITU-R WP 5D
Juni 2026Zeitplan für Release 21 vereinbart [4]3GPP
Dez. 2026Berichte zu Anforderungen und Bewertung gehen an die Study Group 5 [2]ITU-R
Feb. 2027–Feb. 2029Fenster für die Einreichung von Kandidatentechnologien [2]ITU-R
März 2027Genehmigung des Pakets und Stage-1-Freeze [4]3GPP
2027WRC-27 entscheidet über neue Mobilfunkbänder [5]ITU
Dez. 2028Stage-3-Freeze [4]3GPP
März 2029ASN.1/OpenAPI-Freeze [4]3GPP
2030 (Ziel)Kommerzielles 6G angestrebt [6]Branche
Ausgewählte Forschungsziele von IMT-2030 im Vergleich mit IMT-2020 (5G), laut Empfehlung ITU-R M.2160
Leistungsmerkmal5G (IMT-2020)6G-Forschungsziel
Spitzendatenrate20 Gbit/s [1]Beispielsweise 50, 100 oder 200 Gbit/s [1]
Vom Nutzer erlebte Datenrate100 Mbit/s [1]Beispielsweise 300 oder 500 Mbit/s [1]
Flächenverkehrskapazität10 Mbit/s/m² [1]Beispielsweise 30 oder 50 Mbit/s/m² [1]
Latenz der LuftschnittstelleIn M.2160 nicht angegeben0,1–1 ms [1]
VerbindungsdichteIn M.2160 nicht angegeben10^6–10^8 Geräte/km² [1]
MobilitätIn M.2160 nicht angegeben500–1.000 km/h [1]
PositionierungsgenauigkeitIn M.2160 nicht angegeben1–10 cm [1]

Häufige Fehler

  • Ein Telefon oder einen Router kaufen, weil er als „6G-ready“ beworben wird

    So geht es richtig: Die ersten 6G-Spezifikationen von 3GPP sollen erst im März 2029 fertig sein [4], daher kann kein Produkt im Jahr 2026 einem fertigen 6G-Standard entsprechen.

  • 200 Gbit/s auf dem eigenen Telefon erwarten

    So geht es richtig: Dieser Wert ist ein mögliches Beispiel für die Spitzenrate in bestimmten Szenarien unter idealen Bedingungen [1]; die Beispiele für die vom Nutzer erlebte Rate liegen bei 300 oder 500 Mbit/s [1].

  • 2030 als bestätigten Starttermin behandeln

    So geht es richtig: 2030 ist ein Branchenziel [6][7]; die Prognosen haben sich bereits verschoben, von Spezifikationen bis 2028 im Jahr 2022 [8] auf nun März 2029 [4].

  • Annehmen, 6G bedeute nur Terahertz-Frequenzen

    So geht es richtig: Die für die WRC-27 geprüften Bänder liegen bei 4,4–15,35 GHz [5]; Bänder oberhalb von 92 GHz sind eine Ergänzung für einige Szenarien [1].

  • 5G-Advanced mit 6G verwechseln

    So geht es richtig: 5G-Advanced ist verbessertes 5G. 3GPP Release 21 enthält sowohl Arbeiten an 5G-Advanced als auch die ersten 6G-Spezifikationen [4].

Häufige Fragen

Ist 6G schon irgendwo verfügbar?

Nein. Es wurde noch kein 6G-Standard fertiggestellt: Release 21 von 3GPP, das erste normative 6G-Release, hat seinen abschließenden Freeze im März 2029 [4], und Ericsson beschreibt kommerzielles 6G als Ziel für 2030 [6]. Laborprototypen gibt es [6].

Wann kommen 6G-Telefone auf den Markt?

Es gibt kein bestätigtes Datum. Ericsson spricht von kommerziellen 6G-Systemen ab 2029 und von kommerziellem 6G als Ziel für 2030 [6]. Geräte setzen fertige Spezifikationen voraus, die bis März 2029 vorliegen sollen [4].

Wie viel schneller als 5G wird 6G sein?

Die Forschungsbeispiele der ITU liegen bei 50, 100 oder 200 Gbit/s als Spitzenrate gegenüber 20 Gbit/s bei 5G und bei 300 oder 500 Mbit/s als vom Nutzer erlebte Rate gegenüber 100 Mbit/s [1]. Die tatsächliche Leistung wird von Frequenzen und Ausbau abhängen [1].

Wer entscheidet, was als 6G gilt?

Die ITU legt den Rahmen und die Mindestanforderungen für IMT-2030 fest [1][3] und bewertet eingereichte Technologien [2]. 3GPP schreibt die wichtigsten Spezifikationen in Release 21 [4]. Über Frequenzen wird auf Weltfunkkonferenzen wie der WRC-27 entschieden [5].

Wird 6G 5G ersetzen?

Nicht abrupt. Die Arbeit an 5G-Advanced geht im selben Release weiter [4], und die Branche untersucht, wie 5G und 6G Frequenzen und Netze gemeinsam nutzen werden [6][7].

Was bedeutet IMT-2030?

International Mobile Telecommunications for 2030 and beyond, der Name der ITU für die 6G-Standardfamilie, die in der Empfehlung ITU-R M.2160 definiert ist [1].

Glossar

IMT-2030
Der Name der ITU für 6G, dessen Rahmen in der Empfehlung ITU-R M.2160 festgelegt ist [1].
3GPP
Die Standardisierungspartnerschaft, die Mobilfunkspezifikationen erarbeitet; Release 21 wird ihr erstes normatives 6G-Release sein [4].
Working Party 5D
Die Expertengruppe der ITU-R für IMT-Systeme, die die 6G-Anforderungen entwirft [3].
WRC-27
Die Weltfunkkonferenz der ITU im Jahr 2027, die unter Tagesordnungspunkt 1.7 neue Mobilfunkbänder beraten wird [5].
Integrierte Sensorik und Kommunikation (ISAC)
Die Nutzung der Mobilfunkschnittstelle, um Objekte zu erkennen, zu orten und zu kartieren und zugleich Daten zu übertragen [1][3].
Stage-3-Freeze
Der Meilenstein von 3GPP, an dem die detaillierten Protokollspezifikationen eingefroren werden; für Release 21 im Dezember 2028 [4].
cmWave (Zentimeterwellenbereich)
Frequenzen im Zentimeterwellenbereich; Ericssons Frequenzanalyse von 2022 beschreibt diesen Bereich als 7–20 GHz und sieht einen anfänglichen Schwerpunkt auf 7–15 GHz vor [8].

Quellen

  1. Recommendation ITU-R M.2160-0: Framework and overall objectives of the future development of IMT for 2030 and beyond International Telecommunication Union (ITU-R) · 2023-11-13
  2. IMT-2030 (6G) ITU-R Working Party 5D; live page, retrieved 2026-11-03
  3. IMT-2030: Technical requirements for the 6G future International Telecommunication Union · 2026-03-17
  4. Release 21 3GPP; live page, retrieved 2026-11-03
  5. ITU-R preparatory studies for WRC-27 International Telecommunication Union; live page, retrieved 2026-11-03
  6. Ericsson leads the 6G journey toward an intelligent fabric at MWC 2026 Ericsson press release · 2026-03-13
  7. It's official – 6G specs are set for early 2029 Light Reading · 2026-06-16
  8. Realizing the 6G vision – Why is spectrum fundamental? Ericsson Blog · 2022-06-07
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